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Meinung: Stoppt den Hype.

Früher, da war es einfach. Wer cool, anders und individuell sein wollte, wurde bei der MTV Werbung vom Jamba überzeugt ein Klingelton-Abo abzuschließen. Für 5€ pro Woche hatte man dann den „Crazy Frog“, den „Gummystyle“ oder das „tanzende Nilpferd“ als Klingelton. Was früher der heiße Scheiß, ein Hype war, kann heute belächelt werden. Rückblickend werden sich einige geärgert haben, 5€ pro Woche, das ist war nicht wenig und das für eine Nichtigkeit wie einen Klingelton? Vielleicht hätte man sich davon etwas sinnvolles wie ein Moped holen können? Heute sind wir vermeintlich schlauer. SMS Abos schließt niemand mehr ab, diese Zeit ist vorbei.

Dumme Hypes wie diese sind es jedoch nicht.

Der YouTube Kanal „Mahan“ skizziert ein neues, trauriges Bild einer Jugend, die sich selbst mehr über das Logo auf ihrem T-Shirt definiert denn je. Dabei hat der Trend ungekannte Ausmaße angenommen.

Mehr Geld für ein Kleidungsstück auszugeben aufgrund des Fakts, dass oben Rechts das Logo einer beliebigen Firma zu sehen ist, ist nichts Neues. Schon häufig kritisiert, stellt es aber kein gesellschaftliches Problem dar. Wer etwas mehr Geld für eine bestimmte Marke ausgibt, empfindet durchaus gewisse Sympathien, jedoch noch im gesunden Maße. Kleidung bleibt ein kleiner, unbedeutender Faktor des Lebens. Viel wichtiger ist der nächste Urlaub, das nächste Konzert oder das neue Moped. Dinge, die das Leben prägen, neue Möglichkeiten bieten oder einzigartige Erfahrungen sind.

Personen, die Marken wie „Off White“, „Stone Island“, „Palace“ und „Supreme“ übermäßig hypen und vor allem dafür übermäßig viel Geld ausgeben nennt man „Hypebeast“. Auf YouTube Kanälen wie „Mahan“ werden sie vorgestellt, nicht etwa, weil sie einen besonders guten Geschmack haben, Modebewusst o.Ä. sind, sondern einfach, weil die Kleidung die sie tragen übermäßig teuer ist. So teuer wie ein Kleinwagen. Kleine Kinder, die mit den Taschen voller Geld sich einen Pullover der Marke „Off White“ für einen paar tausend Euro kaufen.

Und das macht es so traurig.

Denn wenn die sogenannten „Hypebeasts“ ehrlich sind, geht es nur den Faktor des Geldes. Ihr kauft nicht Supreme, weil es außerordentlich gut aussieht oder „Off White“ weil die Qualität so gut ist oder weil euch die Geschichte hinter den Machern, der Spirit der Brand so inspiriert, ihr euch so toll damit identifizieren könnt. Ihr kauft es, weil es teuer und im Trend ist. Weil ich weiß, dass es teuer ist, weil du weißt, dass es so teuer ist, weil wir es wissen.

Es sind materialistische Exzesse in nie da gewesener Form.

Modebewusste Menschen verbringen 6 Stunden in einem Landen um ein gut aussehendes Outfit zu kreieren, Hypebeasts verbringen 6 Stunden vor einem Laden oder beim Aktualisieren einer Website um ein X-Beliebiges Kleidungsstück oder Ac­ces­soire der Marke Supreme zu erwerben. Weil es Supreme ist. Und die sind halt „lit“.

Aber ich verstehe den Kult einfach nicht, bin ein einfach zu konservativ. Bitte, erklärt es mir.

Was macht die Schriftart „futura heavy oblique“, die es wohlgemerkt schon seit dem 2. Weltkrieg gibt, auf rotem Hintergrund mit dem Titel „Supreme“ so besonders?

Am Ende ist Supreme die kleine Indie-Band, die im großen Stadion spielt, Hypebeasts nur Kinder mit Papas EC-Karte und Minderwertigkeitskomplexen und der Trend ein trauriger Auswuchs der Generation Z.

Deshalb: Stoppt den Hype. Spendet doch das Geld, feiert einen Künstler, steht Schlange für Konzert Tickets oder kauft unsere Schülerzeitung.

In jedem Fall ist das Geld besser investiert als in eine Marke die nur über den Hype und über den hohen Preis definiert wird.

supreme-schriftart

Können wir den Preis einer Ausgabe auch auf $1399 erhöhen?

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